Für ein Europa des 21. Jahrhunderts
Angesichts der immer offensichtlicher werdenden Unzeitgemäßheit unserer europäischen „Verfasstheit“, fordert ESD – als europäische NGO für Nachhaltige Entwicklung – alle Bürgerinnen und Bürger, alle Politiker und alle gesellschaftlich Aktiven auf – einen Appell mitzutragen, der “Europa neu ausrichtet“.
Europa neu „erfinden“ – bedeutet also, die EU in ihren Leitlinien und Institutionen dem 21. Jahrhundert gemäß bzgl. weiterzubilden und auszugestalten. In der Welt nach 1945 erstand Europa als „Friedensordnung“ der einstmals sich bekriegenden europäischen Völker. Es war eine großartige politische Leistung einiger Initiativträger (Monnet, Schumann u.a.), und wurde von allen Bürgern – teilweise sehr enthusiastisch – mitgetragen. Im Hintergrund schwelte damals der „Kalte Krieg“, eine seit 1989 – und dafür sind wir dankbar – überwundene große und gefährliche Spannung.
Seit über zwei Dekaden jedoch – seit dem Ende des Kommunistischen Ostblocks und der Vorherrschaft eines globalisierenden „Washington-Consensus“ – sind wir in einer neuen Situation. Europa ist jetzt 2011, also in der zweiten Welle der symptomatischen Finanzkrise, aufgerufen, sich nicht in eine Spaltung Nordeuropa versus Südeuropa hineinhetzen zu lassen, die wahrscheinlich von der Reich-Arm-Spaltung ablenken soll. Vielmehr ist Europa aufgerufen, einen zeitgemäßen „gemeinsamen Nenner “ zu formulieren und Wirklichkeit werden zu lassen und damit auch Vorreiter auf einem Globus zu werden, der ja nolens volens bereits unter einem „planetarischen Imperativ“ steht.
