DANKE PARIS

Danke Paris. Großartige Menschen leben da. Ja, Paris hat in seiner langen Geschichte keine Ausschweifung ausgelassen, aber ist eben nicht dekadent… Paris hat nun auch 2015 die irrwitzigen Terroristen weggesteckt, hat eine riesige Konferenz mit 195+ Staaten zwei Wochen als Gastgeber bravourös und unbeirrt durchgezogen, hat alles bereitgestellt – inklusive eines großartigen Diplomaten in Gestalt von Laurent FABIUS.

Das Datum 12.12.2015 wird man sich merken müssen – aus zweierlei Gründen:

Erstens: Ein historischer Durchbruch wurde erzielt.
Zweitens: Nun beginnt die Aufbauarbeit für ein neues Zeitalter.

Der Durchbruch muss gefeiert werden. Ja, allen Miesmachern und Untergangspropheten zum Trotz haben diese jungen Leute, die bis zum roten Band gegangen sind, sich um ihr letztes Taschengeld in die Reihen der Demonstranten eingereiht, und überwiegend eine großartige Zurschaustellung von Haltung und Würde abgegeben, sie sind die Helden „hinter“ dem Durchbruch zur Zukunft. – Aber nicht vergessen werden soll, dass es viele Delegierte in den tage- und nächtelangen Verhandlungen dabei in der „vordersten“ Reihe gab, die bis an die Grenzen ihrer Nervenkraft die Fahne der Hoffnung so gut gehalten haben. So gut, dass es immer weiter ging, auch wenn die Reibung zwischen an sich jeweils berechtigten Forderungen immer aussichtsloser sich zuspitzte. Zuspitzte – bis eben eine Decke durchstoßen war, und die Ebene einer gemeinsamen Zukunft sichtbar wurde. Gottseidank. Denn es gibt auf diesem Planeten nur eine gemeinsame Zukunft. Für Arm und Reich, für Nord und Süd, für Küsten- und Bergbewohner, für die weiten Ebenen und die großen Meere.

Und gerade zur rechten Zeit haben wir das Netz einer weltweiten Kommunikation auch für die Verbindung des Notwendigen genutzt, und nicht nur für die vielen Ulkereien, ja Laster, die wir als Menschheit eben auch betreiben, zugegeben.

Und zweitens ist nun das Steuerrad – einmal angehalten als „Fossilmaschine“ bei der Lenkung in eine unheilvolle Richtung – mit derselben Kraft in eine gemeinsam lebenstaugliche Richtung festzuhalten. Aber zunächst darf einmal wieder tief Atem geholt wird.

Dann die neue Arbeit, wo „der Teufel“ in vielen Details stecken wird. Und die vielen Details sind jetzt – mit neuer Gesamtrichtung – sorgfältig auf- und auszuarbeiten: Alle beschränkt vorhandenen, aber wichtigen Ressourcen auf diesem Planeten – und wir haben sicher für absehbare Zeit nur diesen einen – sind so vorausschauend zu behandeln, dass wir – alle Generationen – eine gute Zukunft haben können. Und alle großen und kleineren Probleme auch lösen können. Mit Vorsicht aber auch „guter Hoffnung“.

Alles ist wieder offen. Immer noch können wir es verschlampen, vertrödeln, vermurksen – aber wir könnten wahrlich auch das beste aller Jahrhunderte ansteuern: Wir dürfen nun einfach nicht mehr zu gierig sein, alle, – aber wir können ja vielfältiger und kreativer, freier und sicherer werden, als je zuvor, mit der besten Technologie aller Zeiten, mit der besten Medizin aller Zeiten, und mit den vielseitigsten Möglichkeiten aller Zeiten. …

Herbert Rauch

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