Glo-c-al BALANCE – Der Umbau der TITANIC

Herbert RAUCH, Ernst SCHRIEFL (Hrsg.)

Lebensplätze – nicht Arbeitsplätze – sind das Thema des 21. Jahrhunderts!

Abstract

SEED (Secure-Base Earth Equilibrium Development) nennt sich die in der Folge dargestellte Architektur von Impulsen für ein Zivilisationskonzept, das seine Skizzen auf drei Ebenen abhandelt:

  • Global (Abkommen zur Sicherung der Ökologie und der Menschenwürde (Rechte/Pflichten und Subsistenz),
  • Institutionell (Codewort „MOWI“: Marktfreiheit, Organisationsfreiheit, Währungsfreiheit, Investitionsfreiheit als lex generalis – die durch die strikt ökosozialen leges speciales als starkes Regelwerk „gerahmt“ werden),
  • Instrumentell (Codewort „AGORA“: Ausbau der Demokratie, Demokratischer Grunddienst und Grundsicherung, Ordnungssteuern, Reguliertes Einkommen, Agenturenvielfalt).

Angelangt in der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts müssen wir zudem aber auch erkennen, dass „grenzenloser Wohlstand und auch grenzenlose Emanzipation“ – selbst wenn diese für alle erreichbar wären – keine Lösung für „erfülltes Leben“ sein können. Lebenswert ist ein Leben mit Chancenwert der Begeisterung: Dafür stehen tatsächlich erstmals in der Menschheitsgeschichte ungeahnte neue Tore offen. „Genug für alle“ (Suffizienz) ist Voraussetzung – und erreichbar. Erstmals werden so aber auch großartige Dimensionen in Raum und Zeit (nach innen und nach aussen) dem Menschen zugänglich.

Die Menschheit braucht dazu jedoch in jedem Fall eine „sichere Lebensbasis“ („Secure-base“). Eine solche ist derzeit nur auf diesem unserem Planeten Erde möglich. Daher schlagen wir in SEED als Orientierungsideal sehr strenge ökologische „Limits“ vor (etwa das „1er-Ziel“: 1 ha Äquivalent ökologischer Fußabdruck pro Kopf, und 1°C Klimaerwärmung – sollen nie überschritten werden). Wenn Derartiges klar genug und mehrheitsfähig wird, können sich auch die praktischen Schritte realisieren, die dazu nötig und hoch an der Zeit sind, zunächst vor allem:

  1. Ein globaler Grundkonsens, festgeschrieben als Basis eines auszuhandeln-den „Global-Deal“, einem zeitgemäßen globalen Abkommen, das den zerstörerischen „globalisierten“ Standortwettbewerb beendet und starke Rahmenregeln setzt (inkl. einer gegenseitigen Zusicherung von Menschenwürde, rechtlich, subsistenzmäßig u.ä.m.).
  2. Jeder Teil-Souverän (Region, Staat etc.) kann dann alle Folgeschritte „nach seiner Facon“ (Subsidiaritätsvorrang schafft Dezentralisierung) umsetzen. (Etwa eine „Schubumkehr“ bei den Neuressourcen mittels „progressiven Umsatzsteuern/Staffeltarifen“; diese und ähnliche Schritte für alle Kernbereiche werden im Haupttext näher ausgeführt).

Nimmt man nur die Laufrichtung der gegenwärtig zivilisatorischen Eigendynamik in den Blick, scheinen die Aussichten für die Menschheit trüb. Wir müssen aber zugeben, dass der Mensch auch ein „Problemlösungs-Wesen“ ist, das ohne Probleme nicht leben (eventuell sogar überleben) kann. So schienen viele Probleme, die sich der Menschheit in Laufe der Geschichte stellten, zunächst unlösbar, unüberbrückbar, wie heute. Genau diese Situation fordert aber die Lebenskraft in Form von Kreativität, Richtiger-Fragestellung-und-Konzentration-auf-deren-Lösung etc. so stark heraus, dass neue Perspektiven und Ansätze doch realisierbar werden.

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