Ziele

Ziele von ESD

Wir haben in der Wiener Deklaration für eine zukunftsfähige Weltordnung in einem mehrmonatigen, ehrenamtlichen und freiwilligen Diskursprojekt Diagnosen erstellt und Maßnahmen und Ideen entwickelt, damit auch unsere Enkeln und Urenkeln gut leben können.

ESD schlägt als „Antworten auf diese historischen Herausforderungen“ folgende vier grundlegende Ziele vor, zu denen sich die Vereinigung ESD bekennt:

– Grundlegende Friedens- und Wirtschaftssicherung durch „Nachhaltige Entwicklung“
– Europa und die EU als wichtige historische Chance verstehen
– Sozial und ökologisch orientierter Systemumbau für eine bessere Zukunft
– Erarbeitung von Maßnahmen für eine zukunftsfähige Welt

Grundlegende Friedens- und Wirtschaftssicherung durch „Nachhaltige Entwicklung“

Der Europäische Einigungsprozess hatte nach dem 2. Weltkrieg vor allem das Ziel, eine dauerhafte europäische Friedensordnung grundzulegen: Über die wirtschaftliche Wiederaufbau-Schiene insbesondere mit der Achse Frankreich-Deutschland, der sich dann immer mehr westeuropäische Staaten und schließlich auch Großbritannien anschlossen, wurde diese historische Aufgabe auch weitgehend bewältigt.

Mit der im Gange befindlichen EU-Erweiterung durch ein Dutzend Staaten Ost- und Südosteuropas wird die EU auf einen Wirtschaftsraum von über 500 Millionen Bürger anwachsen. Trotz der Schwierigkeiten, die schon in der Wiedervereinigung von BRD und DDR offen zu Tage getreten sind, kann die EU zum potentesten supranationalen Gebilde am Globus werden. Sie hat damit – neben der vordergründigen Aufgabe der Wohlstandsbildung für alle Europäer – die vielleicht größte historische Aufgabe und Verantwortung vor sich: Eine „globale Nachhaltige Ordnung“ voranzubringen, aus Gründen des Überlebens in den Zentren und den Peripherien und sodann der Lebensqualität und der Lebensverbesserung für alle Menschen auf der Erde. Dazu gehören substantielle Verbesserungen der ordnungspolitischen Rahmenbedingungen, aber auch Initiativen wie ein „Entrepreneurship Award“ u.ä.

Europa und die EU als wichtige historische Chance verstehen

Ein Laissez-Faire, ein Sich-weiter-treiben-Lassen im Windschatten der USA als hegemonialem Weltpolizisten, oder gar ein Scheitern aufgrund innerer kleinlicher Querelen, wird von ESD als eine historische Katastrophe für Europa aber auch für die Erde betrachtet, ja auch als eine historische Schande – gegenüber allen Folgegenerationen. Denn gemäß dem seit Jahrhunderten als „weise“ erprobten Gebot der Vorsorge gilt es, lebenswürdige Zustände auf dem Planeten vorausschauend zu erhalten und laufend auszubauen.

Die eingangs skizzierten Hauptspannungen werden sowohl als schleichende Krisen, als auch „nolens volens“ da und dort eruptiv – als plötzliche Katastrophensituationen – ausbrechen. Finanzturbulenzen, Formen von 11.September, von BSE-Krisen oder neuartigen Epidemien auf allen möglichen Gebieten etc. sind dann nur mehr mit immer häufigeren und substanzkostenderen Reparaturmaßnahmen bzw. Feuerwehraktionen zu begegnen. Diese können aber die Zukunftschancen nicht verbessern und haben zudem schon auf Grund der steigenden Kosten für alle eine permanente Verschlechterung des Gesamtmilieus – sozial, ökologisch und wirtschaftlich – zur Folge.

Der Ausgang eines solchen Szenarios wird vor allem immer ungewisser und lebensbedrohlicher für unsere Kindergeneration. Es geht daher hier und jetzt in Europa, wo noch – wie in wenigen anderen Staaten und Kulturen – Zustände der Freiheit, des Friedens und der funktionierenden Infrastruktur vorherrschen, darum, einen grundlegenden Umbau des vorherrschenden Systems in konstruktiver, gewaltfreier und vernunftorientierter Weise mit aller Kraft voranzutreiben, um so eine Perspektive der positiven Hoffnung – anstatt des berechtigten Zornes der Jungen an den verlorenen Peripherien – auf eine für alle lebenswerte Welt herzustellen.

Sozial und ökologisch orientierter Systemumbau für eine bessere Zukunft

Diese schrittweise und immer breitere Schichten erfassende „Zukunftsarbeit“ bringt per se eine allgemeine soziale Milieuverbesserung, weil ein Sinn, eine Hoffnung und damit Licht am Ende des Tunnels sichtbar gemacht und eine nach und nach immer besser gelingende Umsetzung der notwendigen Schritte möglich und greifbar wird.

ESD bekennt sich zu diesem zukunftsorientierten Aufbruch in Richtung echter, nachhaltiger Entwicklung bzgl. ökologischer Tragfähigkeit – Stichwort: Erneuerbare Energien – sozialer Gerechtigkeit – Stichwort: Generationenausgleich und Kulturpflege – und wirtschaftlicher Zukunftsfähigkeit – Stichwort: Ressourcensteuer und Grundsicherung.

All dies bedeutet einen umsichtigen Umbau unseres derzeitigen Systems, und zunächst die breite Thematisierung dieses Umbaubedarfs; – so kann das Schiff unserer gesellschaftlichen Entwicklung einen dauerhaften Kurs der Friedens- und Lebenssicherung ansteuern und auch nach und nach dabei immer mehr Fahrt gewinnen.

Erarbeitung von Maßnahmen für eine zukunftsfähige Welt

Erstmals in der Geschichte der Menschheit können wir das Risiko eines kriegerischen Verlaufes des Geschichte nicht mehr in Kauf nehmen, ohne zu fahrlässigen Verbrechern an der Zukunft unserer Kindergeneration zu werden. Nuklearkonfrontationen bergen die Gefahr der Unsiegbarkeit, Terroraktionen bergen die Gefahren von Chaos und allgemeiner Situationsverschlechterung für alle – Zentrum und Peripherie, Nutznießer und Bedrohte – ohne uns Lösungen näher zu bringen. – Die erstaunlich unblutige Wende in der ehemaligen UdSSR durch Glasnost (Transparentmachen von Entscheidungsabläufen, die alle betreffen) und Perestroika (Umbau von Strukturen, unter denen alle zu leben haben), ebenso wie viele andere Ereignisse in unserer europäischen – und insbes. der österreichischen Politlandschaft (Zwentendorf, Hainburg) – waren bereits Vorboten dieser historisch neuen Wege und Methoden auf dem Weg zu einer neuen „Ära globaler Zukunftsfähigkeit“.

Diese auszubauen, pioniermässig weiter zu erproben, z.B. durch breitere Diskurskapazitäten in allen Bevölkerungsschichten und insbes. in den großen Medien – und dies jenseits der alten Links-Rechts-Muster des vergangenen Jahrhunderts -, ist mit ein Ziel der Arbeit von ESD.
Europa ist dabei zunächst die Ausgangsbasis für den Aufbau einer Bewegung, die
– über Vernunft und Einsicht von immer mehr Menschen,
– über Vorschläge von umfassenden Konzepten und Plänen,
– über konkrete Maßnahmen und ihre Umsetzungsschritte,
– über modellhafte Aktionen und
– über ein immer weiter gespanntes Netzwerk des Dialogs und Verständnisses
die aktuelle Politik auf diese Kernpunkte hinlenken, motivieren und allgemein vorantreiben kann.