Kommentare von Autoren

Vertiefung und Kommentierung

Zu unseren Visionen wurde als Vertiefung und Kommentierung folgender Text von Ilse Kleinschuster, Ulli und Klaus Sambor, Silvia und Helmut Hörner, Kurt Martinek und Erich Geissler erarbeitet und abgestimmt

Vertiefung und Kommentierung der PUNKTE 1 – 10 in der „Wende der Titanic“, Seite 103

1. Die Welt, die wir schaffen und in der wir leben wollen, wird geprägt sein von dauerhafter Lebensqualität für alle Menschen. Sie soll Raum bieten für alles Leben auf diesem Planeten.

Vertiefung und Kommentierung:
Dauerhafte Lebensqualität für alle Menschen, Raum für alles Leben auf diesem Planeten:
Die vielfach und weltweit brachliegenden Human-Potentiale sind durch Bildungsmaßnahmen zu fördern.
Global gesehen – Zukunftsmusik?! – Aber: „Die Existenz der Utopie ist die Voraussetzung dafür, daß sie aufhört, eine Utopie zu sein“, sagt Martin Walser.

Auf EU-Ebene sollten verstärkt Maßnahmen getroffen werden, die vom Gedanken der umweltverträglichen Überwindung der extremen Wohlstandskluft in der Welt getragen sind. Die Verbindung humaner Potentiale, Ressourcen und Infrastrukturen mit marktwirtschaftlichen Prozessen schaffen gut durchdachte individuelle Lösungen und lassen ein neues Wertschöpfungssystem entstehen, d.h. eine Basis, auf der gedeihliche Wirtschaft, soziale Solidarität und ökologische Nachhaltigkeit sich die Balance halten.
Diese Balance sollte letztlich Frieden in der Welt garantieren können, der Wegbereiter wäre ein Öko-Sozialer Weltsicherheitsrat.

2. Die zentralen Leitlinien – in lokaler und globaler Balance – sind: Verfeinerung, Erdung, Globalsolidarität und Aktivverantwortung.

Vertiefung und Kommentierung:
Verfeinerung (Qualität anstelle bedenkenloser Expansion und quantitativ krebsartigem Wachstum), Erdung (Achtung und Stimme für unseren Planeten Erde statt blinder Technologie- und Fortschrittsgläubigkeit mit Mensch- und Naturausbeutung) im Sinne von Bildung zu „angewandter Freiheit“ und „zeitübergreifender Verantwortung“. Weiters Globalsolidarität und Aktivverantwortung über alle religiösen und ideologischen Sinnfindungen hinweg: Siehe Projekt „Weltethos“ (HANS KÜNG: „Mit der UN-Resolution vom November 2001 und dem Bericht „Brücken in die Zukunft“ ist – so kann man wohl sagen – der Durchbruch der Weltethos-Thematik auf höchster politischer Ebene gelungen.“ cit. aus „Dokumentation zum Weltethos“, hrsg. von Hans Küng, Piper Verlag, München, 2002).

3. Achtsames Miteinander und gegenseitige Wertschätzung in einer „offenen Gesellschaft“, in der alle Menschen und nachkommenden Generationen sowie alles Leben „wohl bestehen können“, sind die Basis unserer Vision.

Vertiefung und Kommentierung:
Förderung von Diskussions- und Kommunikationskultur, insbesondere in Bezug auf Sozialkompetenz, Aktivverantwortung in Forschung und Wissenschaft. Erziehungsbemühungen um das Weltethos (in Sinne von Menschenverantwortlichkeit) und um die verstärkte Achtung der Menschenrechte.
Kurz: ein lebbares HUMANUM.

4. In dieser zukünftigen Welt werden die natürlichen Ressourcen zwischen den Generationen gerecht verteilt sein. Die Natur wird in ihrem Eigenwert anerkannt und an keinem Ort unumkehrbar geschädigt.

Vertiefung und Kommentierung:
Gerechte Verteilung der natürlichen Ressourcen und ihrer Pflege: Einrichtung von Institutionen für eine fernfolgenbedenkende Vernunftskultur, z.B. eines „Zukunftshofs“ (unabhängig wie der Rechnungshof, zur Beratung der Regierung und Überprüfung von Gesetzesvorlagen in Hinblick auf Ökologie und Nachhaltigkeit vor Inkrafttreten), und auch regionaler Beratungsstellen (regionale “Zukunftsräte”) in Bezug auf den ökologischen Rucksack, bzw. den ökologischen Fußabdruck.

5.Die gesellschaftliche Entwicklung orientiert sich an diesen Naturgrenzen. Kurzfristige Interessen stehen mit den langfristigen ökologischen und sozialen Bedürfnissen in Einklang.

Vertiefung und Kommentierung:
Um dem Nachdruck zu verleihen, müsste es ein internationales Schiedsgericht für Fragen des ökologischen Nachhaltigkeitsprinzips geben. Es muss sicher gestellt sein, dass sozialökologische Wertestandards über rein ökonomische gestellt werden.

6.Eine gesicherte Existenz ermöglicht jedem Menschen eine rücksichtsvolle Entfaltung seiner Neigungen und Talente. Bildung ist ganzheitlich und fördert die Freiheit des Individuums ebenso wie dessen Verantwortung für Gesellschaft und Welt.

Vertiefung und Kommentierung:
Eine gesicherte Existenz und die gemeinsamen Werte der Weltreligionen sind Grundlagen für den Frieden in einer multikulturellen Welt, sowie auch das Bekenntnis zu einem ‚Prinzip der Gemeinsamkeit‘ aller Menschen.

7.Die großen Errungenschaften der Menschheit sind unser aller Erbe. In Europa stehen wir dabei auf dem breiten Fundament einer historisch gewachsenen, humanistisch-aufgeklärten Zivilisation.

Vertiefung und Kommentierung:
Die Anwendung der rasanten Fortschritte in Wissenschaft und Forschung (z.B. Nanotechnologie, Genforschung, Patente auf Leben) erfordern ein permanentes Abstimmen mit ethischen Grundwerten.

8. Gerechtigkeit und kulturelle Vielfalt sind zentrale Leitlinien unserer Kultur, die Raum für Entfaltung und neue Perspektiven geben, für erarbeiteten Konsens und auch für zugelassenen Dissens.

Vertiefung und Kommentierung:
Gerechtigkeit und kulturelle Vielfalt: Es erscheint wichtig, den Boden für eine Konfliktkultur weiter so aufzubereiten, dass er erlaubt Widersprüche auszubalancieren.

9. Ein neues Welt-Ethos wird die gesamte Menschheit in Verbundenheit untereinander, in Liebe zur Erde und zu allem Lebendigen sowie in vorausschauender Einsatzbereitschaft freier Menschen umfassen. Dieser Geist entsteht heute und ist überall und besonders in Initiativen einer sich weltweit formierenden Zivilgesellschaft im Wachsen.

10. Innerhalb dieser historischen Bewegung sind auch wir tätig, engagiert aus politischer, sozialer, spiritueller oder sonstiger Überzeugung. Wir treten für alle Regionen und die Mitgeschöpflichkeit allen Lebens ebenso geschwisterlich ein – wie für das „gute Leben“ aller Menschen in dieser einen Welt und Menschenfamilie.

Vertiefung und Kommentierung:
Die Rolle der NGOs hat in den letzten Jahren eine unglaubliche quantitative, wie auch qualitative Steigerung erfahren. Diesbezüglich bedarf es noch vieler Anstrengungen, den Themen der NGOs zu einer medialen Breitenwirkung zu verhelfen.