Zeitnotizen: Mai 2015: Wachs-tum wird Machs-dumm!

Frau Univ. Prof. Dr. Herlinde PAUER-STUDER diskutiert am 31.Mai 2015 mit OKTO-TV über Europa: Sie betont die Wichtigkeit von Freiheit und Gleichheit als Verfassungsgrundsätze … Richtig! …Aber fehlt da nicht was?

Wo bleibt eigentlich – nicht nur bei ihren Ausführungen, sondern praktisch in allen Debatten dazu –  „die Brüderlichkeit“?

Und zwar eine Brüderlichkeit

  • grenzenlose Einkommens- und Vermögensunterschiede, die das Wahlvolk kopfschüttelnd zurückweisen würde (1: 400.000 etwa wie bei manchen CEO, von Vermögen ganz zu schweigen),
  • mit anderen Lebewesen, die es einzufordern gilt, und
  • vor allem gegenüber Mutter Erde insgesamt: Pacha Mama, und ihrer Flora und Fauna, ihren Ozeanen und Süßgewässern, ihrem Boden und ihrer Atmosphäre (insgesamt eine dünne Schale – so dünn wie die Schale eines Apfels zur Gesamtheit des Apfels / der Erde – rund um unseren Planeten, eine Schale die wir für das ach so kluge angelsächsische Finanzsystem und ihr Zinssystem „pflichtschuldigst immer mehr auffressen“…)

Und die US-hörige Politik in Europa schaut einfach weg, so wie die USA insgesamt ihren Zustand einfach nicht öffentlich macht (verborgen hinter all den „desparate Sitcoms“, usw.): Kurz, die Welt fördert Arbeitsplätze und demokratischer Mitsprache im Kurzfristigkeit-Modus und geht so mit Hurra in den langfristigen Untergang. Aber der wartet schon 2030 auf alle, die diesen Pfad 1970 (da war der Wiederaufbau zu Ende) und noch mal mit festen Nachtritt 1990 beschritten haben: Wachs-tum wird Machs-dumm!

Wir in Kontinentaleuropa sind nach dem Ende des 2. Weltkrieges vom angelsächsische Denken „gebrainwashed“ worden, bis wir‘s uns bald „selbst besorgt“ haben. Und zwar hat dieses „Brainwashing – Gemeinwohl raus, Partikularinteressen rein – (u.a. mit Hilfe des genialen österreichischen Sozialforschers Paul LAZARSFELD) so gründlich gegriffen, dass nun die 2. und 3. Generation danach noch immer sich das Denken anders als in den Kosten-Nutzen-Kurven der angelsächsischen, also der britischen und der US-amerikanischen Ökonomie-”Gelehrten”, immer noch zehrend von A. v. HAYEK selbst verbietet.

Und wir dürfen auch in den öffentlich-rechtlichen europäischen und insbesondere den deutsch-sprachigen Medien (die privaten Medien versumpfen sowieso im Trash) keine „blöden Fragen“ stellen, etwa die nach der Aufklärung der beiden KENNEDY-Morde, oder gar der Aufklärung des 9/11–Ereignis (3000 Opfer ein Resultat on 19 Arabern und einem Kamel?). Viel eher laviert unsere Politik „daher und dahin“, von den Kanzlerämtern bis hinunter in die Schreibstuben der  Regionalzeitungen, laviert also um Ausreden zu finden für TTIP, CETA, die NATO-Provokationen und anderen Störmanövern innerhalb Europas.

Kurz, wo bleibt das Gemeinwohl Europas – also insbesondere Kontinentaleuropas? Und falls England sich eines Tages allein auf der Insel wiederfindet – Schottland hat sich abgespalten und ist zur EU geeilt, Irland ist schon in der EU – und sich dann allein als recht klein und schließlich auch von den USA verlassen vorfindet, nachdem die City of London als Finanzplatz eben auch uninteressant geworden ist (war es ja letztlich nur als Zentrum eines British Empire interessant …)?

Und was wird aus den USA? Die Straßen und die Brücken verfallen schon und ehrlich gesagt, Wallstreet – innen und außen – wirkt auch schon recht veraltet …

Europa finde Dich!

Herber Rauch