Zukunftsparlament “Schlüsselkonzepte einer nachhaltigen Ökonomie“

Können wir weitermachen mit unserer “Wachstums-Ökonomie”?  Und wenn nicht, was folgt daraus?

Dies war das Thema einer zweitägigen Konferenz am 26. und 27. November 2010  in Wien, die von der „PLENUM Gmbh” (einer Beratungs-Agentur für ganzheitliche nachhaltige Entwicklung) und der  “European Association for the Promotion of Sustainable Development” (ESD) organisiert wurde und Experten aus Ökonomie, der Nachhaltigkeitsforschung und den Sozialwissenschaften zusammenbrachte.

Im Zentrum der Referate und Diskussionen stand die Frage, welches Leitbild in einer „peak everything“-Ära, in der Ressourcen stetig knapper, die Auswirkungen des Klimawandels immer spürbarer und immer mehr Menschen von Armut bedroht werden, vonnöten ist, um die wirtschaftlichen, institutionellen und gesellschaftlichen Strukturen nachhaltig zu verändern.

Dafür bedarf es zu allererst einer Änderung unseres Blickwinkels hin zu einem ganzheitlichen Verständnis unserer Welt, für die die Menschheit insgesamt Verantwortung trägt.

Um ein Wohlstandsmodell, das auf dem BIP Wachstum basiert und dementsprechend ein weiteres Konsumwachstum und eine weitere Ressourcenausbeutung erfordert, entwarf Keynote-Speaker Niko Paech, Ökonom der Universität Oldenburg, eine „Postwachstum-Ökonomie“, deren Hauptprinzipien folgende sind:

  1. Suffizienz: „weniger Güter und mehr Lebensqualität“ (das bedeutet einen Wandel der Konsum- und Produktionsorientierung)
  2. Regionalisierung: Stärkung und Förderung lokaler und regionaler Ökonomie( das bedeutet vor allem eine Reduktion der Wertschöpfungs- und Versorgungsketten und des Einsatzes chemischer Hilfsmittel sowie den vermehrten Einsatz intelligenter kommunaler Kooperationsformen (z.B. nach der Pioniermuster von „Transition Towns“, der Verbreitung von Selbsthilfeprojekten, der Förderung von handwerklichen und lebenspraktischen Fähigkeiten).
  3. Null-Summen-Spiel“ hinsichtlich des Ressourceneinsatzes und Energieverbrauches über den Produktlebenszyklus ausbalancierte Güter und Dienstleistungen.
  4. Institutionelle Innovationen vor allem im Hinblick auf individuell handelbare C02-Arrangements, Währungsreformen (z.B.  Regio-Währungen) und neue Wege für Boden-Reformen.

Download: Zukunftsparlament_2010_Presseaussendung_deutsch.pdf

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